Öko-Denken

Kompostierbares Gedankengut für eine bessere Zukunft

ESL, die neue, bessere Glühbirne?

Geschrieben von Axel Christ • Freitag, 18. September 2009 • Kategorie: Technologie

Die Firma VU11 hat seit ein paar Jahren einen Nachfolger für unsere Glühbirnen in der Mache. Gerade hat man ein Info- und Werbe-Filmchen veröffentlicht:

Angesprochen wird im Film die Notwendigkeit eines brauchbaren Ersatzes für Glühbirnen. Die bereits weit verbreiteten Energiesparlampen (CFL) haben die Nachteile, dass sie Quecksilber enthalten und nur in engen Grenzen dimmbar sind. LED-Lampen erzeugen viel Wärme und verändern die Lichtfarbe über die Lebensdauer.

Die neue ESL-Birne (Electron Stimulated Luminescence™) funktioniert in etwa wie ein Röhrenmonitor. Eine Elektronen-Kanone feuert auf eine Phosphorschicht und bringt diese zum Leuchten. Das Ergebnis ist laut Hersteller eine Lampe, die beliebig dimmbar und sofort mit voller Helligkeit einsatzbereit ist, wenig Energie verbraucht und etwa die gleiche Lebensdauer hat, wie eine derzeitige Energiesparlampe. Die Lampe soll keine giftigen Stoffe enthalten und prinzipiell über den Hausmüll entsorgt werden können (auch wenn der Hersteller Recycling als den besseren Weg betont).

Klingt gut, soweit… bin gespannt auf Meinungen in den Kommentaren.

1 http://www.vu1.com/

Datenfluss im Internet öptimieren

Geschrieben von Axel Christ • Montag, 7. September 2009 • Kategorie: Technologie

Bei heise.de bin ich gerade über einen Artikel gestolpert1, laut dem sich Forscher des MIT und der Carnegie Mellon University damit beschäftigt haben, wie große Internet-Unternehmen (Google, Microsoft, etc.) durch intelligente Lastverteilung ihre Stromkosten senken können. Solche Firmen betreiben in der Regel Rechenzentren an verschiedenen Standorten. Wenn ich beispielsweise www.google.de in meinen Browser eintippe, kann meine Anfrage von unterschiedlichen Servern an weit voneinander entfernten Orten beantwortet werden. Die Verteilung aller Anfragen auf verschiedene Server geschieht derzeit in der Regel nur unter Performance-Gesichtspunkten. Man versucht, die Arbeit gleichmäßig auf alle Server zu verteilen, um möglichst schnelle Antwortzeiten zu erreichen. Ein neuer Algorithmus soll nun die lokalen Schwankungen der Strompreise mit einbeziehen, so dass die Server, die den günstigsten Strom beziehen, stärker ausgelastet werden.

Das ist bis dahin erst mal kein Öko-Thema. Es geht nur um Geld. Ich lese die Meldung trotzdem gerne, denn in der Vortsetzung ergeben sich Möglichkeiten, die auch unserer Umwelt helfen:

  1. Öko-Strom ist/wird günstiger
    Vom Atomstrom wird gerne behauptet, dass er billiger zu haben wäre. Diese Meinung bröckelt aber derzeit2. Und je mehr große Wind-, Solar- oder Wasserkraft-Anlagen zur Stromgewinnung in Betrieb genommen werden, desto tiefer werden die Öko-Strom-Preise fallen.
  2. Möglichkeit der Abschaltung
    Die derzeitige, gleichmäßige Verteilung der Anfragen auf alle Server bedingt, dass die gesamte Hardware ständig in Betrieb sein muss. Bei einer Verteilung nach Strompreis ergäbe sich eine ungleichmäßige Auslastung, die dann am jeweils teureren Standort teilweise Abschaltungen ermöglichen könnte.

1 http://www.heise.de/newsticker/Datenweiterleitung-nach-Strompreis—/meldung/144689

2 http://www.klimaktiv.de/article69_8498.html
und http://www.vorwaerts.de/nachrichten/atomkraft-macht-strom-nicht-billiger

Die Öko-Ecke im Internet

Geschrieben von Axel Christ • Montag, 17. August 2009 • Kategorie: Technologie

Die Überschrift klingt jetzt nicht so hip, trotzdem geht es um aktuelle News und auch noch um das Internet. Es gibt Pläne, eine neue Toplevel-Domain (TLD) einzuführen. Neben “.de”, “.com”, “.org” und vielen weiteren, schon bestehenden Kürzeln, soll in Zukunft die Endung “.eco” angeboten werden. Die Kürzel werden bei der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) beantragt, die dann für jede TLD einen Verwalter einsetzt. Dieser wickelt die Domain-Registrierung innerhalb seiner TLD ab, das heißt, er hat Einfluss darauf, was die Registrierung einer Domain kostet und wer überhaupt Domains innerhalb seiner TLD registrieren darf. Derzeit streiten sich eine Kalifornische und eine Kanadische Gruppe um das Recht, die zukünftige Toplevel-Domain “.eco” verwalten zu dürfen. Beide sind sich einig, dass der Gewinn aus den Registrierungs-Gebühren der Förderung von Öko-Projekten zugute kommen soll. Uneinigkeit besteht hingegen darüber, wer .eco-Domains registrieren darf. Big Room möchte anscheinend deutlich strengere Vergaberichtlinien aufstellen, als Dot Eco. Vorstellbar sei zum Beispiel, dass Domain-Käufer ihre CO2-Bilanz offenlegen müssten.

Da beide Parteien sich einig sind, dass der Erlös für einen Guten Zweck verwendet werden soll, hoffe ich auf jeden Fall auf viele Registrierungen. Dot Eco sagt dazu: “Wir könnten zu einem der größten Beitraggeber für Umweltschutzprojekte auf dem ganzen Planeten werden”[1]. Und dagegen hätte sicher niemand etwas einzuwenden.

1 http://www.taz.de/1/leben/internet/artikel/1/gerangel-um-neue-oeko-domain/

Netbooks, Schäfchen-Wolken des Cloud-Computing?

Geschrieben von Axel Christ • Samstag, 1. August 2009 • Kategorie: Technologie

Vor diversen Jahren gab es schon einmal den Trend, dass zumindest in großen Firmen die Rechenleistung auf den Server ausgelagert wurde und die Arbeitsstationen herzlich schmalbrüstig ausgestattet wurden. Man hatte nur eine Tastatur und einen Bildschirm, die Rechenleistung des Rechners reichte nur für das, was für die Kommunikation mit dem Server nötig war. Das Konzept war toll, es konnte sich damals aber nicht durchsetzen. Sobald man die großen Unternehmen verließ, musste die Rechenleistung wieder lokal verfügbar sein, denn eine performante Anbindung an einen Server aus der Ferne gab es nicht.

Jetzt sind wir ein zweites Mal an diesem Punkt, dass sich schwachbrüstige Rechner gut verkaufen. Netbooks sind kleine, handliche Dinger ohne viel Leistung, die aber durchaus ausreichen, um im Internet zu surfen. Besonders dann, wenn auch noch ein auf die Hardware zugeschnittenes Betriebssystem darauf läuft. Und im Internet finden wir alles, was wir täglich brauchen. Nachrichten, E-Mail, ToDo-Listen, Kalender, Office-Programme, Spiele. Alles wird umsonst oder zu einem günstigen Preis angeboten. Jeder der eine ordentliche Internetverbindung hat, darf sich also glücklich schätzen und kann sich bei den günstigen Schmalbrust-Rechnern bedienen. Prizipiell sollte das Modell der mächtigen Server und kleinen Personal-Computer ja auch für die Umwelt/Menschheit die bessere Wahl sein, denn:

Vorteile der vernetzten Welt

  1. Die Server und damit die Anwendungen werden von Experten betreut, die sich auch um Backups kümmern. Der Heimanwender braucht also keinen Computer-Fachmann um die Ecke mehr.
  2. Der Energieverbrauch ist viel geringer, denn die leistungsschwachen Rechner verbrauchen weniger und die Server können immer möglichst effizient ausgelastet werden, so dass kaum Leistung verschenkt wird.
  3. Die kleineren Endgeräte werden auch aus weniger Material gefertigt.
  4. Die Endgeräte sind leichter und mobiler.
  5. Da alle Daten auf Servern liegen und nicht mehr auf dem Endgerät, ist es nicht weiter schlimm, wenn das Endgerät kaputt geht.

Modulare Hardware

Ganz zufrieden bin ich mit der Situation allerdings noch nicht. Die vorhandenen Geräte sind gut und schön, ich würde mir aber die Modularität zurück wünschen. Früher, bevor wir alle Laptops hatten, waren Tastatur, Maus, Computer und Bildschirm einzelne Geräte. Jetzt steckt alles in Einem. Das ist doof. Es bedeutet nämlich, dass in der Regel alles in den Müll wandert, wenn eine Komponente den Geist aufgibt oder veraltet ist. Gerade meine Bildschirme haben damals immer mehrere Computer überlebt, und da sollten wir irgendwie wieder hin kommen. Auch für mobile Computer muss ein modularer Ansatz gefunden werden!