Öko-Denken

Kompostierbares Gedankengut für eine bessere Zukunft

ESL, die neue, bessere Glühbirne?

Geschrieben von Axel Christ • Freitag, 18. September 2009 • Kategorie: Technologie

Die Firma VU11 hat seit ein paar Jahren einen Nachfolger für unsere Glühbirnen in der Mache. Gerade hat man ein Info- und Werbe-Filmchen veröffentlicht:

Angesprochen wird im Film die Notwendigkeit eines brauchbaren Ersatzes für Glühbirnen. Die bereits weit verbreiteten Energiesparlampen (CFL) haben die Nachteile, dass sie Quecksilber enthalten und nur in engen Grenzen dimmbar sind. LED-Lampen erzeugen viel Wärme und verändern die Lichtfarbe über die Lebensdauer.

Die neue ESL-Birne (Electron Stimulated Luminescence™) funktioniert in etwa wie ein Röhrenmonitor. Eine Elektronen-Kanone feuert auf eine Phosphorschicht und bringt diese zum Leuchten. Das Ergebnis ist laut Hersteller eine Lampe, die beliebig dimmbar und sofort mit voller Helligkeit einsatzbereit ist, wenig Energie verbraucht und etwa die gleiche Lebensdauer hat, wie eine derzeitige Energiesparlampe. Die Lampe soll keine giftigen Stoffe enthalten und prinzipiell über den Hausmüll entsorgt werden können (auch wenn der Hersteller Recycling als den besseren Weg betont).

Klingt gut, soweit… bin gespannt auf Meinungen in den Kommentaren.

1 http://www.vu1.com/

Tod der Todesstrafe!

Geschrieben von Axel Christ • Dienstag, 15. September 2009 • Kategorie: Menschliches

Ich habe mich ja kürzlich schon mit dem Gedanken getragen, dass es keine allgemeingültige Wahrheit gibt1. Aus gegebenem Anlass möchte ich das noch einmal aufgreifen. In der F.A.Z. fand ich einen Artikel2, in dem es um ein im Jahre 2004 in Texas vollstrecktes Todesurteil ging. Der per Giftspritze Hingerichtete hatte zuvor bereits 12 Jahre im Gefängnis gesessen. Er wurde beschuldigt, 1991 sein Haus niedergebrannt zu haben, in dem sich seine drei Töchter befanden. Er selbst beteuerte Zeit seines Lebens, dass es sich um einen Unfall handelte. Eher zufällig wurde der Fall jetzt noch einmal beleuchtet und man kam zu dem Schluss, dass wohl doch keine Brandstiftung vorlag. Auch kurz vor der Hinrichtung kam dieser Verdacht wohl schon einmal auf, wurde aber nicht weiter beachtet.

Wie kann es zu so etwas kommen? Müssen für eine Verurteilung zum Tode keine wasserdichten Beweise vorliegen? Das Gesetz sieht das sicherlich so vor, dummerweise sind wir aber alle Menschen. Auch die unter uns, die Gesetze vollstrecken. Es könnte beispielsweise sein, dass ein am Verfahren Beteiligter befangen war. Es könnte bewusste Falschaussagen gegeben haben. Ein Verbrechen also. Es könnte auch sein, dass ein Gutachter einfach einen Fehler gemacht hat. Vielleicht nur einen Kleinen. Ein Freund hat den kleinen Fehler bemerkt, und, um seinem Kumpel keine Probleme zu bereiten, hat er ihn vertuscht. Der Fehler könnte auf diesem Wege größer und größer geworden sein. Die Vertuschungsaktionen ziehen immer weitere Kreise und am Ende führt ein harmloser, kleiner Ausrutscher zum Tod eines Menschen. Gruppen halten halt zusammen. Es ist eventuell schwer, einem Einzelnen einen Vorwurf zu machen.

Es gibt bestimmt Fälle, in denen eine Todesstrafe angemessen erscheint. Aber wer garantiert, dass die Fakten stimmen? Wer garantiert, dass der Angeklagte kein Opfer ist, wenn doch alle mit dem Fall Betrauten auch nur Menschen sind? Niemand! Deshalb finde ich es wichtig, den möglichen Schaden zu begrenzen. In diesem Fall geht das am einfachsten, indem man die Todesstrafe abschafft. Weltweit!

Mehr zum Thema gibt es auch hier:
http://www.amnesty-todesstrafe.de/
http://www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Todesstrafe

1 http://oeko-denken.de/archives/43-Keine-endgueltigen-Wahrheiten.html

2 F.A.Z.-Artikel: Als Unschuldiger hingerichtet?

Keine endgültigen Wahrheiten

Geschrieben von Axel Christ • Dienstag, 15. September 2009 • Kategorie: Menschliches

Wir leben in einer Grauzone, die Welt ist nicht gut oder schlecht. Selbst die einzelnen Dinge sind es nicht. Unsere Wahrnehmung entscheidet und gut für mich ist nicht gut für alle. Ich zoome mal ein bisschen. Ich sehe ein Atom. Kohlenstoff. Toll. Gut? Böse? Ich weiß nicht. Ich zoome aus. Ein paar Moleküle. Stahl. Oha. Da will ich mich immer noch nicht festlegen. Weiter auszoomen. Ein Messer mit scharfer, feststehender Klinge, gehalten von einer starken Hand. Sehr spitz. Jetzt geht der Alarm meiner Wahrnehmung an. Sieht böse aus! Weiter auszoomen, schnell! Die Hand gehört Herrn Held, der sich schützend vor Frau Gut gestellt hat, um einen Angriff seitens Herrn Böse abzuwehren. Oh, dann ist ja doch alles in Butter! Schnell weiter auszoomen, bis zum blauen Himmel! Komisch, der Himmel ist grau. Herr Böse ist tot. Frau Gut lebt. Herr Böse war Menschen gegenüber ein Arschloch, hatte aber eine gute Ökobilanz. Frau Gut dagegen war zwar immer sehr nett und freundlich, aber auch ziemlich blöde, weswegen sie im hohen Alter ihren Kindern nur Schulden und einen verschmutzen Planeten hinterließ. Herr Held hatte sich aufgrund der kleinen Episode zu einem unerträglichen Aufschneider entwickelt, der den puren Hass in den Gemütern seines Umfeldes gären ließ. Nicht schön. Geradezu Böse, was hier passiert! Kann ich noch weiter auszoomen? Ja. Ich sehe eine Großstadt. Das Leben der drei Personen hatte auf die Stadtentwicklung keinen nennenswerten Einfluss. Die freigewordene Wohnung des Herrn Böse fand schnell einen neuen Abnehmer. Ein junger, politisch interessierter Student mit dem Willen, etwas zu bewegen. Klasse! Weiter raus, weiter raus! Er entwickelt sich zu einem großen Tier bei der NPD. Mist. Der Krieg bringt viele Tote, der entstandene Freiraum erzeugt hinterher aber auch ein Wirtschaftswunder, welches die Mittel in den Händen der Übriggebliebenen versammelt. Großer Reichtum ermöglicht entscheidende Innovationen. Innovationen sind nötig, damit die Menschheit langfristig überlebt, auch wenn eines Tages die Sonne den Geist aufgibt.

Das Spielchen lässt sich unendlich fortführen. Gut und Böse sind Ansichtssache. Abhängig von Zeit, Raum und Kontext. Ist ds Konzept “Gut und Böse” schlecht? Falsch sicherlich, schlecht nicht unbedingt. Wir sind ja einfach gestrickt und brauchen klare Linien, sonst wären wir blockiert und würden nichts erreichen. Wir hätten keine Ziele. Ich hoffe, dass ich selbst von Zeit zu Zeit eine Denkpause einlege, und mich daran erinnere, dass in meiner Sichtweise keine endgültige Wahrheit steckt.

Junge Leute kaufen keine Bio-Sachen?

Geschrieben von Axel Christ • Montag, 7. September 2009 • Kategorie: Kurz notiert

“Jugendliche verweigern sich dem Öko-Trend” titulierte kürzlich die Website stern.de1. Dem Artikel nach hat “Trendbüro” eine Analyse des Kaufverhaltens durchgeführt und festgestellt:

Die 16- bis 27-Jährigen geben nicht nur weniger Geld für Bioprodukte aus als vor zwei Jahren (minus drei Prozent), 13 Prozent haben noch nie ein einziges Paket Fairtrade-Kaffee oder ein Shirt aus Biobaumwolle gekauft.

Hat das wirklich etwas zu bedeuten? Stern.de scheint zu glauben, dass das ein Abwärtstrend ist. Ich glaube nicht. Denn der Markt ändert sich. Bio-Kaffee steht mittlerweile im Supermarkt im regulären Regal und das T-Shirt aus Bio-Baumwolle gibt es bei H&M. Dadurch ist es sicherlich für 13% der Jugendlichen möglich, bereits Bio gekauft zu haben, ohne sich dessen bewusst zu sein. Nicht jeder geht ja mit offenen Augen durch die Welt, und das ist etwas, was noch nie anders war.

1 http://www.stern.de/lifestyle/lebensart/a-i/zukunftsforschung-jugendliche-verweigern-sich-dem-oeko-trend-1507010.html

Datenfluss im Internet öptimieren

Geschrieben von Axel Christ • Montag, 7. September 2009 • Kategorie: Technologie

Bei heise.de bin ich gerade über einen Artikel gestolpert1, laut dem sich Forscher des MIT und der Carnegie Mellon University damit beschäftigt haben, wie große Internet-Unternehmen (Google, Microsoft, etc.) durch intelligente Lastverteilung ihre Stromkosten senken können. Solche Firmen betreiben in der Regel Rechenzentren an verschiedenen Standorten. Wenn ich beispielsweise www.google.de in meinen Browser eintippe, kann meine Anfrage von unterschiedlichen Servern an weit voneinander entfernten Orten beantwortet werden. Die Verteilung aller Anfragen auf verschiedene Server geschieht derzeit in der Regel nur unter Performance-Gesichtspunkten. Man versucht, die Arbeit gleichmäßig auf alle Server zu verteilen, um möglichst schnelle Antwortzeiten zu erreichen. Ein neuer Algorithmus soll nun die lokalen Schwankungen der Strompreise mit einbeziehen, so dass die Server, die den günstigsten Strom beziehen, stärker ausgelastet werden.

Das ist bis dahin erst mal kein Öko-Thema. Es geht nur um Geld. Ich lese die Meldung trotzdem gerne, denn in der Vortsetzung ergeben sich Möglichkeiten, die auch unserer Umwelt helfen:

  1. Öko-Strom ist/wird günstiger
    Vom Atomstrom wird gerne behauptet, dass er billiger zu haben wäre. Diese Meinung bröckelt aber derzeit2. Und je mehr große Wind-, Solar- oder Wasserkraft-Anlagen zur Stromgewinnung in Betrieb genommen werden, desto tiefer werden die Öko-Strom-Preise fallen.
  2. Möglichkeit der Abschaltung
    Die derzeitige, gleichmäßige Verteilung der Anfragen auf alle Server bedingt, dass die gesamte Hardware ständig in Betrieb sein muss. Bei einer Verteilung nach Strompreis ergäbe sich eine ungleichmäßige Auslastung, die dann am jeweils teureren Standort teilweise Abschaltungen ermöglichen könnte.

1 http://www.heise.de/newsticker/Datenweiterleitung-nach-Strompreis—/meldung/144689

2 http://www.klimaktiv.de/article69_8498.html
und http://www.vorwaerts.de/nachrichten/atomkraft-macht-strom-nicht-billiger

Schade: Analog-Käse ist fast echter Käse

Geschrieben von Axel Christ • Freitag, 28. August 2009 • Kategorie: Kurz notiert

Als die Analog-Käse-Debatte aufkam, war die generelle Reaktion vor allem Ärger1. Ich selbst dachte zuerst: “Oh, schön, ist der vielleicht sogar vegan?”

Natürlich darf der Verbraucher nicht getäuscht werden, über eine weite Verbreitung eines veganen Käseersatzes hätte ich mich aber gefreut. Mittlerweile weiß ich es besser: Die Inhaltsstoffe sind denen eines echten Käses recht ähnlich. Es wird lediglich Trockenmilch verwendet und Pflanzenfett beigemischt. Einiges dazu findet man auf der Website von Jeneil BioProducts, einem Hersteller der nötigen Zutaten2.

Demnach wird der Analog-Käse aus Milchpulver, Pflanzenfett, Wasser und einer natürlichen Aroma-Mischung hergestellt, die aus Milch und echtem Käse produziert wird. Schade eigentlich.

1 http://www.nahrungsmittel-blog.de/2009/04/verbrauchertaeuschung-durch-analog-kaese/

2 http://www.jeneil-bioproducts.de/de/produkte/analog-kaese-und-kaeseimitate/

Das gute Bier liegt so nah

Geschrieben von Axel Christ • Freitag, 28. August 2009 • Kategorie: Kurz notiert

ÖKO-TEST hat Bier getestet1. Das hat sicher Spaß gemacht. Davon abgesehen hat es die Erkenntnis gebracht, dass das Bier kleiner, lokaler Brauereien sehr lecker schmeckt und bedenkenlos dem der großen Brauereien vorgezogen werden kann. Das ist schön, denn alles, was lokal hergestellt und konsumiert wird, spart Transportwege. Und, was ist dein Lieblingsbier?

1 http://www.oekotest.de/cgi/ot/otgs.cgi?doc=93322

Kinder suchen im Internet nach Sex-Bildchen

Geschrieben von Axel Christ • Freitag, 28. August 2009 • Kategorie: Menschliches

Heutzutage müssen Eltern sich zwangsweise mit dem Internet beschäftigen, denn ihre Kinder tun es auf jeden Fall. Diverse Firmen bieten Filter-Software an, die das Web für Kinder sicherer machen soll. Norton hat auch so eine Software im Angebot, und protokolliert dabei offensichtlich das Surfverhalten mit, denn jetzt hat die Firma eine Übersicht über die 100 häufigsten Suchanfragen von Kindern im Web veröffentlicht. Neben allen möglichen Charakteren der Pop-Kultur und populären Websites wie Facebook und Youtube finden sich auf der Liste auch:

Position Suchbegriff
4. Sex
6. Porn
28. Boobs
72. Pussy
81. Girls
86. Naked girls
88. Naked
89. Norton Online Family
89. Nude
89. Playboy
93. XXX

Offensichtlich sind es eher die Jungs, die an nackten Tatsachen interessiert sind. Aber ist die Liste eigentlich erschreckend? Ja. Allerdings nicht, weil nach diesen Begriffen gesucht wird. Ich denke mal, jedes gesunde Kind wird früher oder später ein Interesse an Nacktem entwickeln (und Norton kann keine echte Altersangabe machen). Das war bei uns nicht anders und die Tatsache, dass immerhin 90 von 100 Positionen der Liste nichts mit Sex zu tun haben, ist beruhigend.

Was mich erschreckt:

  1. Laut Norton macht die Software klar und deutlich darauf aufmerksam, dass Filter aktiv sind und die besuchten Seiten protokolliert werden. Ist der kleine Junge auf der Suche nach “Porn” nicht clever genug, um diese Botschaft zu verstehen? Ich hoffe mein Kind wird Teil der Gruppe sein, die nach “Norton Online Family” suchen. Das ist/war der Name der Filter-Software, die das Kind aushebeln muss, um frei surfen zu können.
  2. Wenn man sich die komplette Liste1 anschaut, dann stellt man fest, dass fast alle Suchbegriffe der Pop-Kultur entstammen. Musik, Video, Spiele, Konsum. Das Wetter, ein Wörterbuch, die Wikipedia, MapQuest und Ask.com scheinen die einzigen Ausnahmen zu sein. Es findet sich nichts zu Hunden, Katzen, Pflanzen, Sport(!), Ernährung oder Natur (außer Sex, natürlich).

Es kommen (wie schon immer) spannende Zeiten auf Eltern zu. Und es wird ein hohes Maß an Offenheit und Technologie-Verständnis nötig sein, um mit den Kids nach ihrem 10. Geburtstag noch kommunizieren zu können.

1 http://onlinefamilyinfo.norton.com/articles/schools_out.php

(Der die das) Anti-Twitter

Geschrieben von Axel Christ • Mittwoch, 26. August 2009 • Kategorie: Kurz notiert

Es wird immer mal diskutiert, ob die 140-Zeichen-Grenze eines Twitter-Tweets zur allgemeinen Verdummung beiträgt. Jetzt gibt es woofer. Funktioniert genauso wie Twitter, jeder Eintrag muss aber mindestens 1400 Zeichen lang sein. Wenn man sich die derzeitigen Posts anschaut, scheint das der erwähnten Verdummung aber leider erst recht in die Hände zu spielen. 140 Zeichen werden durch zehnmaliges Copy & Paste nicht besser.

Wer sich berufen fühlt, dies zu ändern:
http://woofertime.com

Bedingungsloses Grundeinkommen: Weckt unser Potential!

Geschrieben von Axel Christ • Samstag, 22. August 2009 • Kategorie: Menschliches

Wir sind auf dem Weg ins Paradies. Wir verstehen es nur noch nicht. Es fing damit an, dass wir vor langer Zeit die Fähigkeit entwickelten, zu sprechen. Seit dem sind wir in der Lage, Wissen weiter zu geben. Und seit dem wächst die Menge und Qualität des Wissens. Was haben wir gelernt? Eine Menge unnützes Zeug aus allen Bereichen des Lebens. Ein besonderes Augenmerk haben wir aber immer darauf gelegt, mit möglichst wenig Arbeit unsere Bäuche zu füllen. Auch heute noch optimieren wir ständig unsere Arbeitsabläufe, große Betriebe können von Zeit zu Zeit tausende von Mitarbeitern entlassen ohne weniger zu produzieren. Das ist toll!

Aber das ist erst der erste Schritt in Richtung Paradies. Der Zweite ergibt sich daraus, dass wir unseren Planeten in einem erlebenswerten Zustand halten müssen. Der beste Weg, das zu erreichen, ist, weniger zu konsumieren. Was keiner kauft, muss auch nicht produziert werden.

Aus den optimierten Arbeitsabläufen und -methoden sowie der sinkenden Nachfrage nach sinnlosem Kram ergibt sich eine enorme Überkapazität. Alle können satt werden, auch wenn kaum jemand arbeitet! Das ist ein Zustand, auf den wir hinsteuern, ob wir wollen oder nicht. Und daraus ergeben sich natürlich auch enorme Arbeitslosen-Zahlen. Das ist das Paradies! Wir müssen nur verstehen, dass es so ist und müssen lernen, damit umzugehen. Wir müssen lernen, dass die Existenz von Arbeitslosen die Frucht unserer Arbeit ist. Wir müssen lernen, dass Arbeitslose keine schuldbehafteten Faulenzer sind, sondern ein logisches Resultat unseres Tuns. Eigentlich könnten wir in der schönen, neuen Welt Schichtpläne einführen, nach denen jeder vielleicht zweimal die Woche für ein paar Stunden arbeiten gehen würde. Das würde reichen. Es ist aber aus zwei Gründen schwer umsetzbar:

  1. Für einige der verbleibenden Jobs ist besonderes Wissen/Talent erforderlich, diese Arbeiten können nur von Wenigen ausgeführt werden. Es ist allerdings zu erwarten, dass diese Wenigen nicht unbedingt eine hohe Entlohnung verlangen werden, denn ihre Arbeit wird ihnen Genugtuung geben.
  2. Nicht alle Menschen sind gleichermaßen zur Teamarbeit fähig. Manche können nicht damit leben, dass das, was sie begonnen haben, von Anderen zu Ende gebracht wird.

Ein Mensch ohne festen Arbeitsplatz ist derzeit oft sehr unproduktiv. Er macht sich große Sorgen, die sein Denken und Handeln blockieren. Er schreibt Bewerbungen, besucht Vorstellungsgespräche, steht beim Arbeitsamt in der Schlange und wird als sozialer Außenseiter früher oder später die Abende damit verbringen, sich zu besaufen. Davon hat offensichtlich niemand etwas. Und das ist der Punkt, an dem das Grundgehalt einen Wandel bringen könnte. Wenn nämlich dieser Mensch ein sicheres Grundgehalt hätte, für das er sich nicht schämen und für das er keine Formulare ausfüllen müsste und welches ihm zeitlich unbegrenzt zustünde, dann hätte er keine Ängste und Sorgen. Er würde weder seinen Frust ersaufen, noch Stunden mit Schlangestehen zubringen. Statt dessen würde er seine Freizeit und die damit verbundenen Möglichkeiten entdecken. Es ist anzunehmen, dass er früher oder später anfangen würde, die Straße vor seinem Haus zu fegen oder Einkäufe für älter werdende Nachbarn zu erledigen. So könnte sich ein Sozialgefüge ergeben, in dem automatisch jeder jedem hilft, einfach weil die Zeit nicht knapp ist. Der Gewinn für den Einzelnen ist dabei unermesslich, ein gutes Gefühl kann man halt nicht kaufen.

Nochmal ganz kurz: Wie unterscheidet sich ein bedingungsloses Grundgehalt vom Arbeitslosengeld oder der Sozialhilfe?

  1. Das Grundgehalt würde jeder bekommen. Egal ob man arbeitet, oder nicht. Das ist wichtig. Nur so ist es dem Nicht-Arbeitenden möglich, sich als Grundgehalts-Empfänger nicht zweitklassig zu fühlen.
  2. Das Grundgehalt muss nicht beantragt und genehmigt werden. Als Empfänger ist man kein Bittsteller.

Linkliste zum Thema:

Ich wünsche ein ertragreiches Grab

Geschrieben von Axel Christ • Dienstag, 18. August 2009 • Kategorie: Menschliches

Die Idee ist klasse. Warum sollten auf Gräbern immer nur Blumen wachsen? Viele Menschen verbringen viel Zeit damit, Gräber regelmäßig zu gießen, Unkraut zu zupfen und alles hübsch in Ordnung zu halten. Ein paar dekorative Tomaten-Pflanzen, ein bodendeckender Kürbis, ein Beerenbusch, alle diese Nutzpflanzen könnten bei dieser hingebungsvollen Pflege sicher gut gedeien. Und der Boden sollte auch nährstoffreich genug sein. Da steckt echtes Einspar-Potential drin, das gesunde Gemüse entlastet ja die Haushaltskasse.

Und woher kommt die Idee? Ich weiß nicht, ob er der erste ist, der sie hatte, aber derzeit ist Richard Sibley aus Somerset (England) damit in der Presse. Seine Kernkompetenz ist eigentlich die Produktion von Schweinefleisch. Jetzt, mit 63 Jahren, hat er aber das Gemüse als geeignetes Mittel entdeckt, um seinen Hof über Wasser zu halten. Er möchte auf seinem Grundstück die Möglichkeit bieten, die Verstorbenen in Särgen aus Weidengeflecht zu bestatten und dann Gemüse auf dem Grab anzubauen1.

Für ihn ist das sicherlich die konsequente Weiterverfolgung seiner letzten Idee. Im Herbst 2008 hat er ein Projekt gestartet2, in dem sich viele Leute ein Eckchen seines Hofes teilen können, um dort Gemüse zu pflanzen oder Hühner zu halten. Die Nutzer sollen sich dabei die Arbeit teilen, was es auch Berufstätigen erlauben soll, ihren Teil beizutragen. Und der Herr des Hofes will darauf achten, dass alles ordentlich gemacht wird. Natürlich erhofft er sich davon, auch seinen Fleischverkauf anzukurbeln. Ich hoffe eher, dass der Gemüseverkauf so gut läuft, dass er auf die ein oder andere Schweinetötung verzichten kann.

1 http://www.wikio.de/news/Richard+Sibley
und http://www.dailygreen.de/2009/08/09/britische-geschaftsidee-gemuse-graber-2055.html

2 http://www.thisisbristol.co.uk/news/Carrot-crunch-8211-grow-farm/article-337510-detail/article.html (Englisch)

Die Öko-Ecke im Internet

Geschrieben von Axel Christ • Montag, 17. August 2009 • Kategorie: Technologie

Die Überschrift klingt jetzt nicht so hip, trotzdem geht es um aktuelle News und auch noch um das Internet. Es gibt Pläne, eine neue Toplevel-Domain (TLD) einzuführen. Neben “.de”, “.com”, “.org” und vielen weiteren, schon bestehenden Kürzeln, soll in Zukunft die Endung “.eco” angeboten werden. Die Kürzel werden bei der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) beantragt, die dann für jede TLD einen Verwalter einsetzt. Dieser wickelt die Domain-Registrierung innerhalb seiner TLD ab, das heißt, er hat Einfluss darauf, was die Registrierung einer Domain kostet und wer überhaupt Domains innerhalb seiner TLD registrieren darf. Derzeit streiten sich eine Kalifornische und eine Kanadische Gruppe um das Recht, die zukünftige Toplevel-Domain “.eco” verwalten zu dürfen. Beide sind sich einig, dass der Gewinn aus den Registrierungs-Gebühren der Förderung von Öko-Projekten zugute kommen soll. Uneinigkeit besteht hingegen darüber, wer .eco-Domains registrieren darf. Big Room möchte anscheinend deutlich strengere Vergaberichtlinien aufstellen, als Dot Eco. Vorstellbar sei zum Beispiel, dass Domain-Käufer ihre CO2-Bilanz offenlegen müssten.

Da beide Parteien sich einig sind, dass der Erlös für einen Guten Zweck verwendet werden soll, hoffe ich auf jeden Fall auf viele Registrierungen. Dot Eco sagt dazu: “Wir könnten zu einem der größten Beitraggeber für Umweltschutzprojekte auf dem ganzen Planeten werden”[1]. Und dagegen hätte sicher niemand etwas einzuwenden.

1 http://www.taz.de/1/leben/internet/artikel/1/gerangel-um-neue-oeko-domain/

Ein Eid für angehende Führungskräfte

Geschrieben von Axel Christ • Donnerstag, 13. August 2009 • Kategorie: Menschliches

Ein paar Harvard-MBAs machten sich aufgrund des seit der Finanzkrise schlechter gewordenen Rufes ihrer Zunft Sorgen um ihre Zukunft. Sie kamen auf die Idee, ähnlich wie Ärzte, einen Eid abzulegen. Dazu gibt es jetzt eine Website1, auf der sich auch Absolventen anderer Schulen zu diesem Eid bekennen können. Zu den Grundsätzen, die man zu befolgen schwört, gehört dabei die Nachhaltigkeit und ein ethisch korrekted Verhalten. Kein schlechter Ansatz.

1 http://mbaoath.org/take-the-oath/

Virtuelles Wasser ist echtes Wasser

Geschrieben von Axel Christ • Donnerstag, 13. August 2009 • Kategorie: Der erste Artikel, Stand der Dinge

Der Begriff “Virtuelles Wasser” hat das Potential zur echten Spaßbremse. Deshalb hier eine Linie. Als letzte Chance, nicht weiter zu lesen.


Na dann. Die eine Tasse Kaffee, die ich gerade trinke, sorgt für einen Verbrauch von ungefähr 140 Litern Wasser. BAM.

Das liest sich übel, für uns passionierte Wassersparer in diesem Land. Der hohe Wert setzt sich aus dem Verbrauch wärend der Anzucht der Kaffee-Pflanzen, der Verarbeitung der Bohnen, der Herstellung der Verpackung und des Transportes zusammen. Es handelt sich um richtiges, handfestes Wasser, welches tatsächlich verbraucht wird.

"Virtuelles Wasser ist echtes Wasser" vollständig lesen

Was wäre wenn alles Gute von oben käme?

Geschrieben von Axel Christ • Dienstag, 11. August 2009 • Kategorie: Was wäre wenn?

Wenn dem so wäre, dann hätten wir bestimmt viele, tolle Fangvorrichtungen gebaut, neben denen Windräder wie kleine Grashalme aussähen. Interessant wäre dann natürlich die Frage der Verteilung des Guten. Gehört es mir, wenn die Fangvorrichtung auf meinem Grund und Boden steht? Schätzungsweise. Aber aus welcher Höhe darf ich das Gute abgreifen? Diese Fragen wären besonders existentiell, da ja, wenn wirklich alles Gute von oben käme, hier unten nichts Gutes zu holen sein könnte.

“Oben” ist schon gut dabei

Sonne, Luft und Wasser lassen sich bereits von oben beziehen. Beim Wasser kommt es dabei natürlich darauf an, dass es im Verdunstungskreislauf sein muss. Alles, was von oben kommt, lässt sich in der Regel auch zur Energiegewinnung nutzen. Fehlen also nur noch viele hängende Gärten, um auch ein paar Nährstoffe in den Mix zu bringen. Tierhaltung über unseren Köpfen ist, von Vögeln abgesehen, eher schwierig. Vegetarier haben es also leichter.