Öko-Denken

Kompostierbares Gedankengut für eine bessere Zukunft

Bedingungsloses Grundeinkommen: Weckt unser Potential!

Geschrieben von Axel Christ • Samstag, 22. August 2009 • Kategorie: Menschliches

Wir sind auf dem Weg ins Paradies. Wir verstehen es nur noch nicht. Es fing damit an, dass wir vor langer Zeit die Fähigkeit entwickelten, zu sprechen. Seit dem sind wir in der Lage, Wissen weiter zu geben. Und seit dem wächst die Menge und Qualität des Wissens. Was haben wir gelernt? Eine Menge unnützes Zeug aus allen Bereichen des Lebens. Ein besonderes Augenmerk haben wir aber immer darauf gelegt, mit möglichst wenig Arbeit unsere Bäuche zu füllen. Auch heute noch optimieren wir ständig unsere Arbeitsabläufe, große Betriebe können von Zeit zu Zeit tausende von Mitarbeitern entlassen ohne weniger zu produzieren. Das ist toll!

Aber das ist erst der erste Schritt in Richtung Paradies. Der Zweite ergibt sich daraus, dass wir unseren Planeten in einem erlebenswerten Zustand halten müssen. Der beste Weg, das zu erreichen, ist, weniger zu konsumieren. Was keiner kauft, muss auch nicht produziert werden.

Aus den optimierten Arbeitsabläufen und -methoden sowie der sinkenden Nachfrage nach sinnlosem Kram ergibt sich eine enorme Überkapazität. Alle können satt werden, auch wenn kaum jemand arbeitet! Das ist ein Zustand, auf den wir hinsteuern, ob wir wollen oder nicht. Und daraus ergeben sich natürlich auch enorme Arbeitslosen-Zahlen. Das ist das Paradies! Wir müssen nur verstehen, dass es so ist und müssen lernen, damit umzugehen. Wir müssen lernen, dass die Existenz von Arbeitslosen die Frucht unserer Arbeit ist. Wir müssen lernen, dass Arbeitslose keine schuldbehafteten Faulenzer sind, sondern ein logisches Resultat unseres Tuns. Eigentlich könnten wir in der schönen, neuen Welt Schichtpläne einführen, nach denen jeder vielleicht zweimal die Woche für ein paar Stunden arbeiten gehen würde. Das würde reichen. Es ist aber aus zwei Gründen schwer umsetzbar:

  1. Für einige der verbleibenden Jobs ist besonderes Wissen/Talent erforderlich, diese Arbeiten können nur von Wenigen ausgeführt werden. Es ist allerdings zu erwarten, dass diese Wenigen nicht unbedingt eine hohe Entlohnung verlangen werden, denn ihre Arbeit wird ihnen Genugtuung geben.
  2. Nicht alle Menschen sind gleichermaßen zur Teamarbeit fähig. Manche können nicht damit leben, dass das, was sie begonnen haben, von Anderen zu Ende gebracht wird.

Ein Mensch ohne festen Arbeitsplatz ist derzeit oft sehr unproduktiv. Er macht sich große Sorgen, die sein Denken und Handeln blockieren. Er schreibt Bewerbungen, besucht Vorstellungsgespräche, steht beim Arbeitsamt in der Schlange und wird als sozialer Außenseiter früher oder später die Abende damit verbringen, sich zu besaufen. Davon hat offensichtlich niemand etwas. Und das ist der Punkt, an dem das Grundgehalt einen Wandel bringen könnte. Wenn nämlich dieser Mensch ein sicheres Grundgehalt hätte, für das er sich nicht schämen und für das er keine Formulare ausfüllen müsste und welches ihm zeitlich unbegrenzt zustünde, dann hätte er keine Ängste und Sorgen. Er würde weder seinen Frust ersaufen, noch Stunden mit Schlangestehen zubringen. Statt dessen würde er seine Freizeit und die damit verbundenen Möglichkeiten entdecken. Es ist anzunehmen, dass er früher oder später anfangen würde, die Straße vor seinem Haus zu fegen oder Einkäufe für älter werdende Nachbarn zu erledigen. So könnte sich ein Sozialgefüge ergeben, in dem automatisch jeder jedem hilft, einfach weil die Zeit nicht knapp ist. Der Gewinn für den Einzelnen ist dabei unermesslich, ein gutes Gefühl kann man halt nicht kaufen.

Nochmal ganz kurz: Wie unterscheidet sich ein bedingungsloses Grundgehalt vom Arbeitslosengeld oder der Sozialhilfe?

  1. Das Grundgehalt würde jeder bekommen. Egal ob man arbeitet, oder nicht. Das ist wichtig. Nur so ist es dem Nicht-Arbeitenden möglich, sich als Grundgehalts-Empfänger nicht zweitklassig zu fühlen.
  2. Das Grundgehalt muss nicht beantragt und genehmigt werden. Als Empfänger ist man kein Bittsteller.

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2 Kommentare

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  1. *http://www.basicincome.org/ ist nicht erreichbar... Es erscheint seit heute (24.08.2009) nur noch eine Provider-Meldung, die besagt, dass entweder die Domain nicht bezahlt ist oder der Inhalt anstößig war... Nicht gut.
  2. *Jetzt geht es wieder... man verliert auf der Site aber kein Wort darüber, was los war.

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