Öko-Denken

Kompostierbares Gedankengut für eine bessere Zukunft

Netbooks, Schäfchen-Wolken des Cloud-Computing?

Geschrieben von Axel Christ • Samstag, 1. August 2009 • Kategorie: Technologie

Vor diversen Jahren gab es schon einmal den Trend, dass zumindest in großen Firmen die Rechenleistung auf den Server ausgelagert wurde und die Arbeitsstationen herzlich schmalbrüstig ausgestattet wurden. Man hatte nur eine Tastatur und einen Bildschirm, die Rechenleistung des Rechners reichte nur für das, was für die Kommunikation mit dem Server nötig war. Das Konzept war toll, es konnte sich damals aber nicht durchsetzen. Sobald man die großen Unternehmen verließ, musste die Rechenleistung wieder lokal verfügbar sein, denn eine performante Anbindung an einen Server aus der Ferne gab es nicht.

Jetzt sind wir ein zweites Mal an diesem Punkt, dass sich schwachbrüstige Rechner gut verkaufen. Netbooks sind kleine, handliche Dinger ohne viel Leistung, die aber durchaus ausreichen, um im Internet zu surfen. Besonders dann, wenn auch noch ein auf die Hardware zugeschnittenes Betriebssystem darauf läuft. Und im Internet finden wir alles, was wir täglich brauchen. Nachrichten, E-Mail, ToDo-Listen, Kalender, Office-Programme, Spiele. Alles wird umsonst oder zu einem günstigen Preis angeboten. Jeder der eine ordentliche Internetverbindung hat, darf sich also glücklich schätzen und kann sich bei den günstigen Schmalbrust-Rechnern bedienen. Prizipiell sollte das Modell der mächtigen Server und kleinen Personal-Computer ja auch für die Umwelt/Menschheit die bessere Wahl sein, denn:

Vorteile der vernetzten Welt

  1. Die Server und damit die Anwendungen werden von Experten betreut, die sich auch um Backups kümmern. Der Heimanwender braucht also keinen Computer-Fachmann um die Ecke mehr.
  2. Der Energieverbrauch ist viel geringer, denn die leistungsschwachen Rechner verbrauchen weniger und die Server können immer möglichst effizient ausgelastet werden, so dass kaum Leistung verschenkt wird.
  3. Die kleineren Endgeräte werden auch aus weniger Material gefertigt.
  4. Die Endgeräte sind leichter und mobiler.
  5. Da alle Daten auf Servern liegen und nicht mehr auf dem Endgerät, ist es nicht weiter schlimm, wenn das Endgerät kaputt geht.

Modulare Hardware

Ganz zufrieden bin ich mit der Situation allerdings noch nicht. Die vorhandenen Geräte sind gut und schön, ich würde mir aber die Modularität zurück wünschen. Früher, bevor wir alle Laptops hatten, waren Tastatur, Maus, Computer und Bildschirm einzelne Geräte. Jetzt steckt alles in Einem. Das ist doof. Es bedeutet nämlich, dass in der Regel alles in den Müll wandert, wenn eine Komponente den Geist aufgibt oder veraltet ist. Gerade meine Bildschirme haben damals immer mehrere Computer überlebt, und da sollten wir irgendwie wieder hin kommen. Auch für mobile Computer muss ein modularer Ansatz gefunden werden!

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2 Kommentare

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  1. *Auf heise.de gab es gerade einen prinzipiell passenden Artikel:

    http://www.heise.de/newsticker/Wolkige-Videospiele-beenden-den-Konsolenkrieg--/meldung/143624

    Darin geht es darum, dass in Zukunft Cloud-Computing die herkömmlichen Spielkonsolen überflüssig machen wird. Das ist ein schöner Gedanke, denn dadurch fällt nicht nur die Produktion immer neuer Hardware-Generationen weg, es werden dann auch alle Spiele nur noch als Download verkauft werden, nicht mehr als giftige CD im Plastikmantel.
  2. *Und noch eine passende Meldung:

    http://www.heise.de/newsticker/Wissenschaftler-erkunden-Kohlendioxid-Einsparungen-durch-Musik-Downloads--/meldung/143693

    Hier geht es um eine Studie, die besagt, dass bei Musik-Downloads im Vergleich zum verkauften Tonträger Kohlendioxyd eingespart wird. Wer hätte das gedacht? Die Studie stellt dann sogar noch fest, dass sich die Einsparung deutlich reduziert, falls ich das heruntergeladene MP3-File auf eine CD brenne. Ich bin beeindruckt.

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